Statement zur Energiekrise Janssen-Kucz: Nur Erneuerbare sichern bezahlbare Energieversorgung

Symbolbild Ostfriesland © hpgruesen auf pixabay.com

Die Energiekrise ist das beherrschende Thema. "Das nicht wenige uns gefährliche Dinosauerier-Technologien als Lösung verkaufen wollen, ist mit äußerste Vorsicht zu genießen", sagt die Borkumer Landtagsabgeordnete Meta Janssen-Kucz (Grüne). SPD und CDU wollen die geplante Erdgasförderung vor Borkum gegen alle Widerstände durchdrücken, so die Grünen-Politikerin: „Es ist längst klar, dass der geplante Förderbeginn im Jahr 2025 viel zu spät kommt, um zur Lösung der aktuellen Gas-Krise beizutragen. Die niedrigen Fördermengen, die nur rund ein Prozent des deutschen Gasbedarfs decken könnten, stehen in keinem Verhältnis zu den enormen Risiken, die eine Förderung für das sensible Ökosystem wie auch für uns als Inselbevölkerung bedeutet würde. Eine intakte Umwelt ist unser Pfund bei unseren Gästen.“
Mit Stimmen von SPD/CDU und FDP hatte der Umweltausschuss im Landtag kürzlich einem „Gesetz zur Änderung des Gesetzes über den Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer" und des Niedersächsischen Ausführungsgesetzes zum Bundesnaturschutzgesetz sowie zur Änderung weiterer Gesetze“ zugestimmt. Für den Nationalpark Wattenmeer selbst sollen künftig zwar Tiefbohrungen verboten sein, die Grünen-Initiative für ein ausdrückliches Verbot auch von Horizontalbohrungen unterhalb der Oberfläche des Nationalparkgebiets lehnte die Große Koalition und auch die FDP jedoch ab.

Janssen-Kucz warnt: „Das niederländische Unternehmen One-Dyas hat Fracking zwar bei der Förderung ausgeschlossen, doch wir sollten auf der Hut sein. Denn wir sehen, der Krieg gegen die Ukraine und die Energiekrise wird von der Öl- und Gasindustrie als Vorwand genutzt wird, um nun um jeden Preis fossile Energiequellen weiter zu fördern. CDU und SPD folgen dieser rückwärtsgewandten Industrie nur allzu gern. Fracking ist nie eine Lösung und schon gar keine schnelle, wie gerade suggeriert wird. Erst in rund zwei Jahren könnte die Förderung starten, die Gasreserven sind endlich und in Ostfriesland generell haben wir nur noch geringe Vorkommen, die fast ausschließlich nur durch Fracking gewonnen werden könnten. Das hilft uns also nicht in den kommenden zwei kritischen Wintern. Nur durch den beschleunigten Ausbau der Erneuerbaren und Energiesparen können wir mehr Energie produzieren, die günstiger und klimafreundlicher ist und nicht die Umwelt gefährdet. Fracking ist eine Risikotechnologie, die unkalkulierbare Risiken für Grundwasser, Gesundheit und Umwelt bedeutet." Die Umweltrisiken von Fracking seien überall gleich – egal wo Erdöl oder Erdgas mit Fracking gefördert werden. Was wir wirklich brauchen, ist ein einen schnellen Ausbau der Erneuerbaren Energien, so Meta Janssen-Kucz.

Kritisch sieht  die Landtagsabgeordnete den Vorstoß der niedersächsischen FDP und auch der CDU, das Atomkraftwerk in Lingen weiter laufen lassen zu wollen: "FDP und CDU wären gut beraten, sich nicht zum Steigbügelhalter für die Atomlobby herzugeben. Denn auch die Atomkraft ist eine risikoreiche Technologie von gestern, die auch noch abhängig von russischen Uranlieferungen ist. Wenn die FDP die alte Mär plakatiert: 'Atomkraft: sichere Energieversorgung' und die die Union behauptet, das bayerische Akw Isar 2 sei sicher, dann aber ein Leck gefunden wird, dass für einen Streckbetrieb repariert werden müsste, bleibt nur die Anerkennung der Realität: Nur ein abgeschaltetes Atomkraftwerk ist sicher. Der Norden produziert mehr Windstrom, als wir aktuell nutzen können. Durch fehlende Leitungen in den Süden der Republik müssen die Windparks auf See und an Land oftmals abgeschaltet werden. CDU und FDP sollten sich mit uns gemeinsam für einen beschleunigten Ausbau der Stromtrassen einsetzen, das würde sich zudem positiv auf den Strompreis auswirken."

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