Geplante Einrichtung geschlossener Heime gegen Rat der Fachleute - Landesregierung "bedient die Stammtische"
Auf scharfe Kritik bei den Landtagsgrünen stößt die von der Landesregierung geplante Einrichtung von geschlossenen Heimplätzen für Kinder. "Mit einem millionenschweren Programm will sich die Landesreg...
Auf scharfe Kritik bei den Landtagsgrünen stößt die von der Landesregierung geplante Einrichtung von geschlossenen Heimplätzen für Kinder. "Mit einem millionenschweren Programm will sich die Landesregierung über den Rat der Fachleute hinwegsetzen und die Stammtische bedienen," sagte die jugendpolitische Sprecherin Meta Janssen-Kucz am Dienstag in Hannover und verwies darauf, dass die Mehrzahl der Jugendämter die geschlossene Unterbringung von Kindern generell ablehnen.
Bezeichnend sei, dass die Landesregierung offenbar Mühe gehabt habe, auch nur sechs Kinder zu finden, die sie als "geeignet" für eine geschlossene Heimunterbringung einstufen konnte. "Das heißt aber nicht, dass für diese Kinder eine geschlossene Unterbringung auch das sinnvollste ist", sagte Janssen-Kucz. "Jeder Heimplatz soll mehr als 200.000 € pro Jahr kosten. Mit diesem Geld kann sehr viel mehr bewirkt werden, wenn es für eine frühzeitige und umfassende Unterstützung der Kinder und ihrer Eltern eingesetzt wird."
Erste Fortschritte zeige auch die Arbeit mit sogenannten Intensivtätern, die im vergangenen Jahr für großes Medienaufsehen gesorgt haben. "Das ist mühselige Kleinarbeit, die in der Öffentlichkeit weniger Aufmerksamkeit erfährt. Aber es ist wirksamer, als diese Jugendlichen weg zu sperren," sagte die Grünen-Politikerin.
Der Bericht des von der Landesregierung eingesetzten Kriseninterventionsteams zeige, dass die gewalttätigen Kinder aus sehr schwierigen Verhältnissen stammen. "Die Schulen und die Jugendhilfe müssen die Mittel bekommen, hier frühzeitig unterstützend eingreifen zu können", forderte Janssen-Kucz.