Grüne: „Im Emsland fehlen 60.000 Hektar“:Das Land will Gülleproblem systematisch angehen
„Wir müssen das Problem der viel zu hohen und in weiten Teilen des Landes sogar noch steigenden Nitratwerte im Grundwasser und der Phosphatbelastung der Bäche, Flüsse und Stillgewässer endlich in den Griff bekommen“.

Das Land will Gülleproblem systematisch angehen
Grüne: „Im Emsland fehlen 60.000 Hektar“
In seiner heutigen (Donnerstag, 31.10.) Sitzung hat der Niedersächsische Landtag einen Antrag der Regierungsfraktionen von SPD und Grünen zum landwirtschaftlichen Nährstoffmanagement in erster Lesung beraten. Damit will rot-grün in Niedersachsen die in der Tierhaltung und in Biogasanlagen anfallenden Nährstoffe systematisch erfassen und so eine Überdüngung künftig verhindern.
„Wir müssen das Problem der viel zu hohen und in weiten Teilen des Landes sogar noch steigenden Nitratwerte im Grundwasser und der Phosphatbelastung der Bäche, Flüsse und Stillgewässer endlich in den Griff bekommen“, betonten die für den Landkreis Emsland zuständigen Grünen-Landtagsabgeordnete Meta Janssen-Kucz und Volker Bajus. Dafür sei es erforderlich, die bereits vorhandenen Daten über Flächenausstattung der Betriebe und der in den einzelnen Betrieben gehaltenen Nutztiere miteinander zu verschneiden, forderten die Grünen-Politiker.
„Ziel unserer Initiative ist die systematische Überprüfung, ob der in der Tierhaltung oder in der Biogasanlage anfallende Wirtschaftsdünger auf den betriebseigenen Flächen sinnvoll als Dünger eingesetzt werden kann“, so Janssen-Kucz. Außerdem soll nachvollzogen werden, wo die Gülle, der Mist oder das Substrat aus Biogasanlagen genau verbleiben, die bei Einhaltung der Düngeverordnung nicht auf den betriebseigenen Flächen als Dünger eingesetzt werden dürfen.
„Wir wissen, dass im Landkreis Emsland rund 60.000 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche fehlen, um sämtlichen hier anfallenden Wirtschaftsdünger tatsächlich ordnungsgemäß einsetzen zu können. Diese Fläche ist in anderen Teilen Niedersachsens durchaus vorhanden, aber wir müssen sicherstellen, dass der Dünger auch tatsächlich dorthin verbracht wird, denn der Transport ist teuer“, so Bajus.
Ein erster Schritt für ein Düngemanagement sei bereits im letzten Jahr von der schwarz-gelben Landesregierung mit der sogenannten Verbringungsverordnung auf den Weg gebracht worden, nach der die Abgabe von Wirtschaftsdünger gemeldet werden muss. „Das ist aber höchstens die halbe Miete“, meint Janssen-Kucz. „Wenn wir nicht zusätzlich überprüfen, wie viel Wirtschaftsdünger eigentlich abgegeben werden müsste, bringt das wenig und genau diese Lücke wollen wir jetzt schließen“, erläutert Bajus.