Pressemeldung Nr. 3747 vom

Abschaffung der externen Drogentherapie in Gefängnissen bringt keine Kostenersparnis

Die Landtagsgrünen kritisieren die Antwort der Landesregierung auf ihre Kleine Anfrage "Strafgefangene in Drogentherapie" als "unbefriedigend und unglaubwürdig". Gefragt worden war nach den Vorteilen,...

Die Landtagsgrünen kritisieren die Antwort der Landesregierung auf ihre Kleine Anfrage "Strafgefangene in Drogentherapie" als "unbefriedigend und unglaubwürdig". Gefragt worden war nach den Vorteilen, die die Vermittlung drogenabhängiger Gefangener in Einrichtungen der Drogentherapie durch die externe Drogenberatung gebracht hat. "Das war eine äußerst sinnvolle Maßnahme", sagte die gesundheitspolitische Sprecherin Meta Janssen-Kucz am Donnerstag in Hannover.
"Das Land konnte bei den Tagessätzen der Justizvollzugsanstalten sparen und den Drogenabhängigen wurde die Chance gegeben, ihre Situation zu verbessern." Die Landesregierung drücke sich nun davor die Zahlen bekannt zu machen, um nicht zugeben zu müssen, dass diese Einsparungen durch die ab dem nächsten Jahre beschlossene Abschaffung der externen Drogenberatungen in den Gefängnissen nicht mehr zu erzielen seien.
"Die derzeit stattfindende zweiwöchige Schnellausbildung von Vollzugsbediensteten zu Suchtkrankenhelfern ist ein schlechter Witz und kann die bisherige qualifizierte Arbeit der externen Drogenberater nicht ersetzen", sagte Janssen-Kucz. Die Folge werde eine Häufung von Fehldiagnosen und Fehlvermittlungen von Inhaftierten in Drogeneinrichtungen sein.
Die Grünen-Abgeordnete forderte die Landesregierung auf, angesichts einer steigenden Zahl von Süchtigen in den Strafanstalten die bisherige intensive Beratungs- und Vermittlungsarbeit mit hinreichend qualifiziertem Personal fortzusetzen und diese anspruchsvolle Arbeit nicht durch Laienhelfer vollziehen zu lassen.

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