Rede Meta Janssen-Kucz: Waldkindergärten in Niedersachsen

...

Anrede
Mit dem Antrag zu den Waldkindergärten in Niedersachsen hat die SPD-Fraktion den Finger in die Wunde. Die LR hatte Ende 2003 einen Runderlass erlassen, der die Arbeit der Waldkindergärten massiv einschränkt und deren bewährtes pädagosches Konzept mit Füßen tritt.
Dieser Runderlass ist ein bürokratisches Monstrum! Und das von einer LR, die angetreten ist, Bürokratie abzubauen. Wie lautete auch noch der Slogan: Weniger Staat – mehr Eigenverantwortung? - Da lachen ja die Hühner, wenn man sich den Runderlass anschaut!
Wer hat sich einen solchen Unsinn ausgedacht - waren sie selber nie Kind? Will man den Kindern in den Waldkindergärten all das verbieten, was Spaß macht? Will man keine kreativen Menschenkinder?
Anrede
In den Gestattungsverträgen versuchte die Landesforstverwaltung jedliches Haftungsrisiko für sich auszuschließen, und zwar unabhängig davon, ob solche Risiken real bestehen oder sachlich begründet sind. Jedlicher Service den die Förster vor Ort kostenlos und gerne geleistet haben, soll bezahlt werden.
Doch das ist nur der Anfang, ich schwöre ihnen, wenn die Landesregierung damit durchgekommt, sind die nächsten Zahler Schulklassen, Pfadfinder und zu guter letzt die sonntäglichen Spaziergänger.
Anrede
In Sachen Waldkindergärten gibt es jetzt zumindest einen Kompromiss. Einen Kompromiss mit dem man vorerst leben kann. Wichtig ist aber, dass jetzt akzeptable Regelungen für die neuen Gestattungsverträge erarbeitet werden.
Der Kompromiss sieht vor, dass die Waldkindergärten eine Fläche von mindestens einem halben Hektar vorhalten, auf der sie zwar ihrer Verkehrssicherungspflicht nachkommen, nicht aber für Schäden an Dritten haften müssen. Damit ist das leidige Thema Haftung gegenüber Dritten vom Tisch. Wenigstens etwas!
Doch auf dem Tisch ist weiterhin die beschränkte Fläche von einem halben Hektar, sowie die die Verkehrssicherungspflicht. Das heißt, dass die Erzieherinnen jetzt einmal monatlich mit dem Förster den Wald inspizieren, nach stürmischen Nächten gleich morgens nach Sonnenaufgang durch den Wald pirschen, auf der Suche nach Schäden und Gefahrenquellen.
Anrede
Das ist nicht im Sinne des Erfinders. Eltern und Erzieherinnen, die mit dem Angebot der Regelkindergärten nicht zufrieden waren, weil sie nicht genügend Anreize und Naturerlebnisse boten, haben die Waldkindergärten gegründet und sie boomen.
Sie bieten den Kindern den Lebensraum, den sie brauchen, um ihre Kreativität voll zu entfalten.
Das pädagogische Konzept von Waldkindergärten wird mit dem Agieren der LR ad adsurdum geführt. Ich hoffe nur, dass mit dem Beschluss dieses Antrages endlich wieder Bewegung in die Waldkindergärten kommt und wir nicht den Amtsschimmel weiterhin wiehern hören.
Es kann doch nicht war sein, dass alles was Kindern Spaß macht, zukünftig reglementiert bzw. verboten wird.
Die Waldkindergärten brauchen Regelungen mit denen die Kinder, Eltern und Erzieherinnen leben können, ohne dass in ihrem pädagogischen Konzept eingeschränkt, bzw. sie noch zusätzlich finanziell belastet werden.

Zurück zum Pressearchiv