Rede Meta Janssen-Kucz: Förderung der Hospizarbeit sowie der palliativmedizinischen Versorgung in Niedersachsen

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Anrede
Die Zeit ist reif für den Aufbau eines flächendeckenden Versorgungsnetzes für eine palliativmedizinische Versorgung in Niedersachsen.
Das Sterben gehört zum Leben – und damit hat die Palliativmedizin einen unverzichtbaren Platz im Gesundheitssystem.
Trotzdem sind noch viele Steine aus dem Weg zu räumen, bzw. Widerstände bei der Umsetzung zu überwinden: Finanzierungsfragen sind offen, Organisationen müssen auf besondere Bedingungen der Palliativmedizin eingehen, Beteiligte müssen sich dem Sterben als einem unausweichlichen, belastenden Lebensphänomen öffnen, interprofessionelle Teamarbeit muss eingeübt werden.
Anrede
Mit diesem gemeinsam getragenen Entschließungsantrag wollen wir in Niedersachsen weg von vielen Einzelprojekten hin zu einer flächendeckenden Versorgung.
Noch immer ist es die Sache einiger weniger engagierter Ärzte und Ärztinnen, Pfleger und Pflegerinnen, in Zusammenarbeit mit Mitarbeiterinnen aus den Bereichen Hospiz und Seelsorge, die regional begrenzt versuchen eine palliativmedizinische Versorgung sicherstellen.
Wir brauchen ein Konzept für die Weiterentwicklung der palliativmedizinischen Versorgung in Niedersachsen. Das Konzept muss von allen Akteuren und Kostenträgern gemeinsam getragen werden. Die durch das GMG(Gesundheitsmodernisierungsgesetz) neu eröffneten Möglichkeiten der integrativen Versorgung müssen dafür genutzt werden.
Anrede
Die in Deutschland noch sehr junge Diziplin der Palliativmedizin versucht, dem Patientinnen in dieser Situation möglichst weitestgehend die Lebensqualität zu erhalten. Palliativmedizin soll und muss die vierte Säule der Medizin werden, eingebettet in integrative Versorgungsstrukturen.
Wir müssen davon weg kommen, dass die Finanzierung solcher Projekte nahezu ausschließlich auf Spenden und Stiftungsgeldern basiert.
Wir brauchen ein Modell/Konzept für eine nachhaltige, flächendeckende und qualitativ hochwertige Palliativversorgung und dieses muss in der Praxis verankert werden.
Anrede
Doch wir brauchen auch weiterhin als feste Stütze die Hospizbewegung. Sie hat Pionierarbeit geleistet!
Vor ca. 20 Jahren begann sie mit ihrer Arbeit, vor 10 Jahren wurden die ersten Hospiz-Vereine und stationäre Hospize als Organisationsform gegründet. In ihr finden sich Freiwillige aus allen Altersgruppen, allen gesellschaftlichen Schichten, Menschen aus sozialpflegerischen und seelsorgerlichen Bezügen.
Sie verdienen nicht nur Anerkennung, sondern auch Unterstützung und sie gehören dazu, wenn wir das hospizliche Angebot und die palliativmedizinische Versorung in Niedersachsen fördern und ausbauen wollen.
Anrede
Wir legen hier und jetzt einen Grundstein in Sachen Palliativmedizin, ich hoffe nur, dass es nicht noch einmal 10 oder 20 Jahre dauert, bis wir nachhaltige, flächendeckende Strukturen aufgebaut haben.

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