Rede: Gänsejagd
Es ist längst mehrfach belegt, dass Gänse die bejagt werden sich einerseits dort konzentrieren, wo der Jagddruck eben nicht so groß ist und an diesen Stellen dann viel größere Schäden verursachen.
Rede Gänsejagd
Anrede,
der Antrag hat ja fast 3 Jahre im Ausschuss geschlummert.
Kurz vor der letzten Landtagswahl 2008 haben CDU und FDP beschlossen, die Jagd auf durchziehende und überwinternde Gänse zu eröffnen. Wenn es darum geht, Wählerstimmern bei Jägern und manchen Landwirten zu sammeln, ist Ihnen offenbar jedes Mittel Recht. "Naturschurz, Tierschutz: ist egal – die wählen uns sowieso nicht".
Seit 2008 dürfen unter anderem die bei uns durchziehenden und überwinternden Gänse wie Bless- und Saatgänse geschossen werden. Am 13, Januar ist uns vom Ministerium im Ausschuss vorgetragen nach der Änderung würden durchschnittlich 1.200 Blessgänse und 200 Saatgänse pro Jahr geschossen.
Und ich füge hinzu: eine ungenannte Zahl geschützte Gänse wie der Zwerggans oder der Ringelgans, denn so einfach sind die Arten gar nicht zu unterscheiden. Das weiß auch der Kollege Dammann-Tanke, der den Jägern empfiehlt den Gänsen in die Augen zu schauen.
Anrede,
Es ist längst mehrfach belegt, dass Gänse die bejagt werden sich einerseits dort konzentrieren, wo der Jagddruck eben nicht so groß ist und an diesen Stellen dann viel größere Schäden verursachen. Darüber hinaus verbrauchen die Tiere durch die Beunruhigung mehr Energie, müssen also auch wieder mehr fressen. Sie tun mit Ihrer Feuer-frei Politik eben auch den Landwirten keinen Gefallen und das haben viele doch auch längst mitgekriegt.
Anrede
Ein weiteres wissenschaftliches Argument gegen die Gänsejagd: Wenn die Tiere ständig gestört werden und in ständiger Unruhe sind, dann sind sie gerade in harten Wintern eben nicht in der Lage sind, sich die Fettreserven anzufressen, die sie für den weiten und energiezehrenden Rückflug in die Brutgebiete brauchen. Deshalb schaffen mehr Vögel diesen Kraftaufwand eben nicht und kommen auf dem Zug um. Die eigentliche Ursache ist aber die Bejagung bei uns.
Anrede,
wir werden uns hier im Hause sicher einig sein in der Ablehnung der Singvogelbejagung in einigen südeuropäischen Ländern. Aber: wo ist da eigentlich der Unterschied zur Gänsejagd in Niedersachsen? Hier passiert doch im Prinzip das Gleiche: Bei uns werden doch auch Zugvögel, die zum Teil in ihrem Bestand bedroht sind, ohne Grund einfach nur um bestimmte Lobbyinteressen zum Bedienen bejagt. Das ist unverantwortlich.
Anrede,
noch ein Wort zum Antrag der Linken. Was die Forderung nach Einstellen der Bejagung von Zugvögeln angeht, stimmen wir Ihnen zu. Auch beim Verbot von Schrotmunition und bei der Frage der Entschädigung tatsächlicher wirtschaftlicher Schäden.
Ihr Ansatz bei der Bejagung von Grau- und Kannadagänsen geht mir aber nicht weit genug. Meines Erachtens muss das in Naturschutzgebieten und EU-Vogelschutzgebieten vollständig ausgeschlossen sein. Das haben übrigens auch die Umweltverbände immer vertreten. Deshalb lehnen wir ihren -Antrag ab.
Anrede,
mit der Jagdfreigabe seitens der schwarz-gelben LR für ziehende Gänse handeln Sie gegen alle wissenschaftlichen Erkenntnisse. Sie nehmen die weitere Gefährdung bedrohter Arten bewusst in Kauf und Sie erweisen dem internationalen Vogelschutz einen Bärendienst.
Spätestens 2013 ist damit Schluss.
Vielen Dank!