Landtagsrede: Stückwerk in der Drogen- und Suchtberatung
Anrede
2 Jahre ist es her, als hier einstimmig ein Konzept zur landesweiten Vernetzung aller an der Drogen- und Suchtbekämpfung Beteiligten von der Landesregierung gefordert wurde.2 Jahre in denen nichts passiert ist!Ebenso wurde vor 2 Jahren ein interministeriales Gesamtkonzept zur präventiven Drogen- und Suchtbekämpfung gefordert, auch hier Fehlanzeige.
Anrede
Das nenne ich eine absolute Ignoranz gegenüber den Beschlüssen des Landtages. Und ein Tritt gegen das Schienbein der Abgeordneten von CDU und FDP, denn sie waren vor 2 Jahren die Initiatoren des Antrags an die eigene Landesregierung!Dasselbe Spielchen haben wir doch bei der Fortführung der Substitutionstherapie mit Heroin erlebt.In der Drogen- und Suchtbekämpfung geht die LR auf Tauchstation!Hat in dem Bereich die zuständige Sozial- und Gesundheitsministerin nichts zu sagen?Dieses Themenfeld wird öffentlich sichtbar, bzw. hörbar nur vom Minister Schünemann, dem harten Hund besetzt. Eine solche Negativentwicklung, ein solches Stückwerk in der Drogen- und Suchtbekämpfung muss ein Ende haben.
Anrede
Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung hat bei der Vorstellung des jüngsten Drogenberichts das Zahlenmaterial auf den Tisch gelegt:
- -Â Â Â Â Â Â Â Â 1,6 Mio. Menschen gelten als alkoholabhängig!
- -Â Â Â Â Â Â Â Â Jedes Jahr sterben 40.000 Menschen an den Folgen des Alkohols
- -Â Â Â Â Â Â Â Â 140.000 Menschen sterben an den Folgend von Tabakkonsum.
- -Â Â Â Â Â Â Â Â Die Zahl der Drogentoten ist zurückgegangen, der Heroin und Crackkonsum geht zurück.
- -Â Â Â Â Â Â Â Â Junge Leute greifen immer früher zur Zigarette und Flasche. Oft bis zur Besinnungslosigkeit! Im vergangenen Jahr wurden 40 % mehr 15-20jährige mit Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert als noch 2001
- -Â Â Â Â Â Â Â Â 1,4 Mio. Menschen sind Medikamentenabhängig, zu 2/3 Frauen
- -Â Â Â Â Â Â Â Â Die Zahl derjenigen, die Cannabis Beratungsstellen aufsuchen hat sich seit 2001 mitt 18.155 mehr als verdoppelt!
Anrede
Die Daten sprechen für sich. Doch der Kampf gegen die Alltagsdrogen ist ein Balanceakt. Es geht um einen Mix von Verhaltens- und Verhältnisprävention.Ein Beispiel: Ab 1. August gilt ein absolutes Alkoholverbot für Fahranfänger und gleichzeitig müsste es eigentlich eine Info-Kampagne zu den Gefahren des Saufen geben.
Die Kommunen müssen stärker kontrollieren, damit wir nicht immer wieder über die Verschärfung vom Jugendschutz-Gesetzen diskutieren, sondern, damit Jugendliche keinen Hart-Alk und Betrunkene keinen Alkohol mehr ausgeschenkt bekommen.
Anrede
Wer die Entwicklung des Drogenkonsums in den vergangenen Jahren beobachtet hat, weiß wie zerbrechlich alle Hoffnungsschimmer sein können.Süchte sind gewissen Modetrends unterworfen – aus dem Nichts können neue Probleme und Süchte entstehen. Man muss daher weiter vor lauernden Gefahren warnen.
Und – was legal ist, ist eben noch lange nicht ungefährlich! Die Prävention muss ausgebaut werden. Und dafür ist umgehend der Arbeitsauftrag vom Juni 2005 umzusetzen und ein Konzept zur landesweiten Vernetzung aller an der Drogen- und Suchtbekämpfung Beteiligten vorzulegen.Ebenso kann es nach diesem langjährigen Vorlauf doch auch kein Problem sein, sofort nach der Sommerpause ein interministerielles Gesamtkonzept zur Prävention vorzulegen, damit wir auf die neusten Entwicklungen auch in Nds. reagieren können.
Wir müssen nicht über den Inhalt des Antrages beraten, darüber sollte aufgrund der Beschlusslage eigentlich Konsens bestehen, es geht darum, das Arbeitsaufträge erledigt werden.