Kavernen in Etzel Störfälle und Bodenabsenkungen Realität - Salami-Taktik ist inakzeptabel

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Das Leck an einer Salzwasser-Leitung auf dem Kavernenfeld in Etzel hat eine Weidefläche von 3.300 Quadratmeter versalzen. Die betroffene Fläche ist demnach doppelt so groß ist wie bislang bekannt, dies stellte sich erst durch eine Landtags-Anfrage der beiden grünen Landtagsabgeordneten Meta Janssen-Kucz (Leer/Borkum) und der umweltpolitische Sprecherin Imke Byl heraus.

"Es ist unfassbar, dass die Aufsichtsbehörden Informationen nur häppchenweise und auf Anfrage liefern,“ kritisieren die beiden Grünen-Politikerinnen. Ergebnisse der Wasser- und Bodenanalyse fehlten bislang, die müsse das Landesbergamt nun ohne weitere Aufforderungen nachliefern: "Wenn Behörden und der Betreiber Vertrauen zurückgewinnen wollen, müssen sie die Bevölkerung transparent und proaktiv informieren."

Zudem werde deutlich, dass das bisherige Überwachungssystem völlig unzureichend sei: „Wenn die technische Überwachung über Druck und Füllstand nicht weiter verbessert werden kann, müssen die Sicht-Kontrollen verschärft werden. Man darf sich nicht darauf verlassen, dass Spaziergänger oder Grundstücksbesitzer auf Unfälle aufmerksam machen," fordern Meta Janssen-Kucz und Imke Byl.

Zudem solle nach Angaben des niedersächsischen Wirtschaftsministeriums erst im Jahr 2019 eine Prognose über die Auswirkungen der Bodenabsenkungen im Umfeld der Kavernenanlage vorliegen. Im Anschluss wolle das Landesbergbauamt (LBEG) prüfen, welche Maßnahmen daraus abzuleiten seien. "Die ersten Anlagen wurden Anfang der 70er Jahre ausgesolt. Für uns ist nicht nachvollziehbar, warum es mehr als ein halbes Jahrhundert dauert, bis der betroffenen Bevölkerung ein Konzept zur Bewältigung der Umweltfolgen vorgelegt wird," so Janssen-Kucz und Byl, die sich jüngst vor Ort mit der Bürgerinitiative Lebensqualität Etzel-Horsten ausgetauscht hatten.

Völlig zu Recht seien die Anwohnerinnen und Anwohner besorgt, dass ihnen der Boden unter den Füßen wegsacke. "Bitter ist, dass sich das Wirtschaftsministerium bislang nicht mit der Frage beschäftigt, was mit den betroffenen Haus- und Grundstückseigentümern passiert und ob es dafür Entschädigung gibt", kritisieren die Abgeordneten.

Die Grünen fordern, dass der bisherige Umfang der Bodenabsenkungen öffentlich gemacht und die jährlichen Messungen online gestellt werden müssen. Bis zum Jahr 2120 erwartet das Wirtschaftsministerium eine maximale Senkung von 2,55 Meter und spricht von einer ‚Worst-Case-Abschätzung‘. „Wir erwarten, dass diese Prognosen von unabhängigen Sachverständigen überprüft werden“, so die beiden Landtagsabgeordneten.

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