Vorschlag der Kassenärztlichen Vereinigungen Patientengebühr für Notaufnahmen?

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Zum Vorschlag der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Bremen und Niedersachsen, eine Patientengebühr für Notaufnahmen einzurichten, sagt Meta Janssen-Kucz, gesundheitspolitische Sprecherin:

"Der Vorschlag der Kassenärztlichen Vereinigungen ist absurd und verkennt die zunehmend angespannte Lage in der Gesundheitsversorgung. Wenn der Hausarzt am Wochenende nicht erreichbar, der Wochenenddienst weit entfernt und zudem zeitnah kein Termin beim Facharzt möglich ist, dann geht man in die Notaufnahmen der Kliniken. Dieses von den KV kritisierte Verhalten basiert aber auf der nicht ausreichenden, flächendeckenden medizinischen Versorgung. Die Patientinnen und Patienten dürfen nicht für die strukturellen Probleme im Gesundheitssystem verantwortlich gemacht werden.

Der richtige Weg ist, die Notfallversorgung in allen Krankenhäusern zu optimieren, etwa durch den Ausbau der bereits laufenden Projekte. Ebenso wichtig ist die Verbesserung und Ausweitung der medizinischen Versorgung. Wir brauchen eine offensive Diskussion über die restriktiven Zulassungsbeschränkungen seitens der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen, die mitverantwortlich für diese Misere ist. Mit ihrem Vorschlag, Gebühren auf dem Rücken der Patientinnen und Patienten einzuführen, versucht die KVN von der eigenen Verantwortung und damit auch vom eigenen Versagen abzulenken."

 

Hintergrund:

Ein bewährtes Konzept ist die sogenannte "Notfall-Triage-Praxis" in Niedersachsen. Dieses innovative Modellprojekt ist eine Kooperation der KVN und des Klinikum Braunschweig zur Optimierung der Notfallversorgung. Ein weiteres Projekt zur Verbesserung ist auch IVENA, ein webbasiertes Notfallsystem, das zum Beispiel in Hannover anzeigt, welche Klinken und Notfallaufnahmen gerade wie belegt sind.

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