Pressemeldung Nr. 146 vom

Kinderärztliche Versorgung unzureichend Meta Janssen-Kucz: Land lässt Versorgungslücke zu – katastrophale Folgen erwartet

Darum geht‘s

Zu wenig Kinderärzte, ein zu langer Weg bis zum nächsten Notfalldienst: Die Grünen im Landtag haben nach dem Zustand der kinderärztlichen Versorgung in Niedersachsen gefragt. Die Antworten der Gesundheitsministerin sind ein Offenbarungseid, in dem sie lediglich auf einen theoretischen Versorgungszustand der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) verweist.

Das sagen die Grünen

Meta Janssen-Kucz, gesundheitspolitische Sprecherin

„Die Gesundheitsministerin hat keine eigenen Erkenntnisse zur kinderärztlichen Versorgung in Niedersachsen. Fatal, denn Eltern werden von Kinderärzten reihenweise abgewiesen oder müssen in Niedersachsen mehr als 60 Minuten zum nächsten Bereitschaftsdienst fahren. Das entspricht der tatsächlichen Versorgungssituation in unserem Land und damit einer Versorgungslücke, die zwangsläufig zu einer Überlastung der Notaufnahmen in den Kliniken führt. Eine medizinische Baustelle wird somit auf eine andere verlagert. Wir erwarten von einer Landesregierung, dass sie hier stärker in die Verantwortung geht, sich einen besseren Überblick über die Gesundheitsversorgung in Niedersachsen verschafft und die notwendigen Maßnahmen einleitet.“

„Die KVN gibt an, dass in Niedersachsen ‚bis zu 60 Minuten Fahrtzeit‘ zum nächsten Bereitschaftsdienst entstehen könnten. Wir halten diese Angabe für unrealistisch, allein schon, weil nicht alle Niedersachsen ein Auto haben, um von A nach B zu kommen oder die Anbindung fehlt. Angesichts eines kranken Kindes, das man einem Arzt vorstellen möchte, ist die Aussage zur Fahrtdauer nicht hinzunehmen. Es muss flächendeckend schneller möglich sein, einen Kinderarzt zu erreichen! Regionale Versorgungsunterschiede müssen ausgeglichen werden.“

Zum Hintergrund

Die grüne Landtagsfraktion wird die kinderärztliche Versorgung weiter parlamentarisch aufgreifen.

Während eine Überlastung der Notfallaufnahmen beklagt wird, darf es auf der anderen Seite keine Versorgungslücke in Sachen kinderärztlicher Bereitschaftsdienste geben. Der Hinweis auf den allgemeinen Bereitschaftsdienst ist absolut unzureichend - Kindermedizin ist nicht umsonst ein spezialisierter Beruf.

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