Statement Meta Janssen-Kucz: Bitterer Kompromiss für Meyer-Beschäftigte und Region

Bei der Meyer-Werft im Emsland fallen nach einer Einigung zwischen Unternehmen, Gewerkschaft IG Metall und Betriebsrat 450 Arbeitsplätze weg. Für die Grünen im Landtag spricht die Abgeordnete Meta Janssen-Kucz von einem bitteren Kompromiss. Zugleich fordert sie von der Politik klare Vorgaben und Begrenzung für die Ausgliederung von Aufträgen an Beschäftigte mit Werkverträgen, um damit die Kosten für Lohnsteuer und Sozialversicherung einzusparen.

Meta Janssen-Kucz, Sprecherin für Häfen und Schifffahrt:

„Das ist ein harter, bitterer Kompromiss, den IG Metall und Betriebsrat für die Stammbelegschaft der Meyer-Werft und die Beschäftigten der Tochter E.M.S. ausgehandelt haben und der von den Beschäftigten mit 64 Prozent und 70 Prozent akzeptiert wurde.

Zumindest ist es gelungen, den angedrohten Abbau von über 1.000 Arbeitsplätzen zu verhindern. Die vereinbarte Transfergesellschaft sowie das Freiwilligenprogramm zum geplanten Abbau der Arbeitsplätze und die Laufzeit der Vereinbarung bis Ende 2023 sind kein echter Lichtblick. Aber sie schaffen vorerst gut zwei Jahre Sicherheit für alle anderen Beschäftigten und für eine notwendige Neustrukturierung der Werft vor dem Hintergrund der veränderten Auftragslage und dem Trend zu umweltfreundlicheren Schiffen.

Aber 450 Menschen aus der Region, die für die Meyer-Werft seit Jahren gearbeitet haben, verlieren nun ihren Arbeitsplatz. Für sie, ihre Familien und damit auch für die gesamte Region bleibt das ein bitterer Kompromiss.

Der Konflikt bei der Meyer-Werft zeigt außerdem ein grundsätzliches Problem auf. Es fehlen nach wie vor klare Vorgaben der Bundesregierung zur Begrenzung von Werkverträgen. Dem Outsourcen von immer mehr Arbeit aus großen Industriebetrieben per Werkvertrag muss in der Region wie in ganz Deutschland endlich ein Riegel vorgeschoben werden.“

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