Antworten der Landesregierung zum Tagebau Ardorf-Hohebarg Janssen-Kucz: Wurde Sand illegal abgebaut?

„Anwohner und die Bürgerinitiative ‚Zukunft statt Sandabbau‘ müssen bereits seit fast 30 Jahren mit den Folgen des Sandabbaus leben, jetzt soll in Adorf-Hoebarg die Quarzsandgewinnung nochmals ausgebaut werden, mit allen Belastungen für die Anwohner und für Flora und Fauna“, sagt die regional zuständige grüne Landtagsabgeordnete Meta Janssen-Kucz aus Leer. Viele Fragen stünden im Raum, daher hatte die Grünen-Politikerin eine Anfrage an die Landesregierung gestellt, die Antworten würden jedoch weitere Fragen aufwerfen.

Nach Angaben der Landesregierung verfügt das Unternehmen über eine Genehmigung vom Landkreis, bis zu einer Seetiefe von 20 Metern Sand abzubauen. Unterlagen des Landesbergamts lässt sich aber entnehmen, dass der See aktuell schon eine Tiefe von 22 Metern haben soll. „Das wirft die dringende Frage auf, ob das Unternehmen hier tiefer als erlaubt abgebaggert hat. Der See hat eine Fläche von mehr als 15 Hektar. Es geht hier also um große Mengen Sand, die möglicherweise illegal gefördert wurden“, so Janssen-Kucz. Um dies aufzuklären, kündigt die Landtagsabgeordnete eine weitere Anfrage bei der Landesregierung an.

Die Landesregierung bestätigte zudem, dass das Unternehmen in der Vergangenheit illegal Abfälle auf dem Gelände entsorgt hatte. „Es gibt also gute Gründe, hier genau zu überprüfen, ob alle Auflagen eingehalten werden.“ „Seltsam mutet auch an, dass plötzlich von Quarzsand die Rede ist, bislang aber der dort abgebaute Rohstoff nur als ganz normaler Bausand vertrieben wird. Das ist in meinen Augen eine Verschwendung von wertvollen Ressourcen“, kritisiert die Grünen-Politikerin. Weil es sich nun um Quarzsand handelt, ist für die weiteren Genehmigungen nicht mehr der Landkreis sondern das Landesbergamt zuständig.

Auf die Frage, in welcher Entfernung das geplante Abbaugebiet zu Trinkwasserschutzgebieten liege, teilte die Landesregierung mit, dass ein kleiner Teil im Wasservorranggebiet und Trinkwassereinzugsgebiet  des Wasserwerkes Harlingerland liegt. Die neue Abbaufläche liege außerhalb des Wassereinzugsgebietes, habe aber über die freie Wasserfläche eine direkte Verbindung zum Vorranggebiet. „Mit dieser Verbindung muss die neue Abbaufläche unbedingt auch dem Wasservorranggebiet und Trinkwassereinzugsgebiet unbedingt zugerechnet werden. Der Schutz der Bevölkerung vor Verunreinigung des Grund- und Trinkwassers steht an erster Stelle. Nach Auskunft des Landkreises Wittmund wird dieser Bereich zukünftig ‚Wasserschutzzone IIIB‘. Das Verfahren soll in den nächsten ein bis zwei Jahren anlaufen - damit riskiert der Landkreis eine Lücke im Trinkwasserschutz, das darf nicht passieren“, so Meta Janssen-Kucz.

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