Die Folgen der verlorenen Container der MSC ZOE Janssen-Kucz: "Sicherheit muss endlich vor Profit gehen“

© Bildnachweis: Havariekommando

Noch immer halten die verlorenen Container der "MSC Zoe" die niederländisch-ostfriesische Küste samt den Inseln in Atem, nicht zuletzt auch Borkum. Nicht 291 sondern mindestens 335 Container habe das Schiff verloren, wie die Reederei jüngst den niederländischen Behörden meldete. Doch auch diese Zahlen sind nicht abschließend.

"Es ist erschreckend, dass auf meine Nachfrage deutlich wurde, dass weder das Havariekommando noch die Hafenbehörden in Bremerhaven sich für das Nachzählen der Container zuständig fühlten und sich alle auf die Auskünfte des Verursachers die Reederei MSC in der Schweiz verlassen und sie für bare Münze nehmen. Da verliert man jedes Vertrauen in das  zuständige Bundesverkehrsministerium und in das Umwelt- und Wirtschaftsministerium in Niedersachsen und ihren untergeordneten Behörden. Ich frage mich, wieso keine Behörde sich zuständig fühlte, die Container zu zählen, um belastbare Aussagen zu bekommen“, so die Borkumer Landtagsabgeordnete Meta Janssen-Kucz (Grüne).

Ebenso sei es erschreckend, dass bis heute nicht feststeht, ob in Bremerhaven der Rumpf der „MSC Zoe“ auf Schäden nach Grundberührung untersucht worden sei.

Meta Janssen-Kucz, die auch hafen- und schifffahrtspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion ist, fordert, dass ein grundsätzliches Umdenken geben müsse. „In der Schifffahrt muss endlich – gerade auf großen, viel befahrenen Wasserstraßen - wie auf der Nordsee vor den Inseln, Sicherheit vor Profit gehen“, so die Abgeordnete." Denn: "Jährlich gehen in der Nordsee rund 500 Container über Bord - ohne dass es die Öffentlichkeit erfährt, ohne Bergung, ohne dass wir wissen, was dort alles auf dem Meeresgrund liegt und ebenfalls Schaden anrichtet", sorgt sich die Grünen-Politikerin.

Für Container mit gefährlichen Inhalt von Frachtern fordert Janssen-Kucz zudem Regeln, wie man sie von Lastwagen kennt. Container müssen künftig alle gekennzeichnet werden. Außerdem müssen die Reedereien verpflichtet werden ihre Frachtlisten für die Behörden nach Havarien offen zu legen. Ebenso muss die Ladung ordnungsgemäß gelascht sein, wenn ein Schiff den Hafen verlässt. Dies gilt ebenso beim Einfahren in die Niedersächsischen Häfen. Dafür sollten zukünftig Kontrollen in den Seehäfen eingeführt werden.

Die „MSC Zoe“ hatte nach Informationen des Havariekommandos in Cuxhaven zwei Gefahrgut-Boxen an Bord: eine mit dem Stoff Dibenzoylperoxid, einen mit Lithium-Ionen-Batterien. Wo sich die Container befinden, sei weiterhin unbekannt. Zwei leere Peroxid-Säcke waren auf Borkum angespült worden.  Vermutlich hat sich der Inhalt des gefährlichen Stoffes längst in der Nordsee verflüssigt und wird von Pflanzen und Meerestieren aufgenommen. Inwieweit das massenhafte Sterben der Trottellummen an der niederländischen und auch auf Borkum und an der Küste mit der Havarie in Verbindung steht ist, konnte bis heute nicht geklärt werden.

Für Janssen-Kucz ist klar: "Notwendig ist die umfangreiche Aufarbeitung der Havarie der MSC Zoe und die Klärung der offenen Fragen. Ebenso müssen endlich verstärkt präventive Maßnahmen für mehr Sicherheit umgesetzt und kontrolliert werden. Sicherheit muss vor Profit gehen, denn unsere die Nordsee, das Weltnaturerbe, unsere Inseln und Küste müssen geschützt werden. Jede Havarie ist eine zu viel für das sensible Ökosystem und für die Menschen, die dort leben und für die erholungssuchenden Gäste.

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