Missstände in Schlachtbetrieben Janssen-Kucz: Infektionsschutz sicherstellen und Arbeitskräfte schützen

Nachdem sich bereits in mehreren Bundesländern Schlachthofmitarbeitende mit dem Corona-Virus infiziert hatten, wurden nun auch in Niedersachsen erste Infizierte in der Schlachtbranche gemeldet. „Wir sehen jetzt überdeutlich, dass unsere Kritik an den Arbeits- und Unterkunftsbedingungen in Schlachtbetrieben seit Jahren richtig war. Schlachthöfe entwickeln sich zu Corona-Hotspots. Sammelunterkünfte, wie sie seit Jahren für Schlachthofmitarbeitende zur Verfügung gestellt werden, sind nicht tragbar und gehören geschlossen,“ fordert die grüne Landtagsabgeordnete Meta Janssen-Kucz (Borkum/Leer).
 
Mit einer Dringlichen Anfrage wollten die Grünen im Landtag wissen, warum es in den letzten Wochen keine effektive Kontrolle der Umsetzung der Corona-Schutzmaßnahmen in den Betrieben gegeben habe. „Für billiges Fleisch Abstriche beim Arbeits- und Gesundheitsschutz der Schlachthofmitarbeiter*innen zu machen und damit ihre Gesundheit zu gefährden, ist in höchstem Maße unmoralisch“, so Janssen-Kucz. „Die Landesregierung darf nicht weiterhin tatenlos zusehen, wenn sich in Sammelunterkünften Infektionsherde bilden, die Gesundheit der Bewohneinnen und Bewohner gefährden.“
 
Bereits im Juni 2019 hatten die Grünen gefordert, die Arbeitsbedingungen in Schlachtbetrieben zu verbessern. "Der Landtag schloss sich etlichen Forderungen davon an, umgesetzt hat die Landesregierung sie jedoch bis heute nicht. So wurde zum Beispiel auf die Einrichtung eines Runden Tisches zur Unterbringung der Schlachthof-Mitarbeitenden verzichtet. Neben einer Reihe von Absichtserklärungen zu Bundesratsinitiativen, ist die Landesregierung nicht weiter tätig geworden", kritisiert Janssen-Kucz.

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