Kleine Anfrage Uniper bestellt LNG-Terminal-Schiff: Ist das Genehmigungsverfahren für den Standort Wilhelmshaven abgeschlossen?

Das Unternehmen Uniper informierte am 26. Mai per Pressemitteilung über die Vertragsunterzeichnung zwischen der Uniper-Tochter LTW (LNG Terminal Wilhelmshaven) mit dem Unternehmen MOL (Mitsui O.S.K. Lines Ltd., Tokio, Japan) zum Bau eines LNG-Terminal-Schiffs (FSRU) für Wilhelmshaven.¹ 

Unter anderem heißt es in der Mitteilung: „MOL (Mitsui O.S.K. Lines Ltd., Tokio, Japan) und LTW (LNG Terminal Wilhelmshaven) haben einen Vertrag zum Bau und Charter des LNG-Terminalschiffs (in der Fachsprache Floating Storage and Regasification Unit, FSRU) für das geplante LNG-Anlandungsterminal in Wilhelmshaven an der  Nordsee unterzeichnet. LTW ist die Projektentwicklungs- und Betreibergesellschaft des künftigen LNG-Terminals in Wilhelmshaven und eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Uniper SE.

Die FSRU wird in einer Werft des südkoreanischen Unternehmens DSME (Daewoo Shipbuilding Marine EngineeringCo., Ltd., Geoje, Korea) gebaut und anschließend für 20 Jahre von LTW gechartert. Sie wurde gemeinsam von den beiden Vertragspartnern gemäß den lokalen und umweltrechtlichen Anforderungen für den deutschen Markt und den Standort Wilhelmshaven geplant und maßgeschneidert konzipiert.
Die FSRU stellt die Kernanlage des künftigen Terminals dar und ermöglicht die Anlandung, Speicherung und Wiederverdampfung von LNG für den deutschen Markt. Sie wird unweit von Wilhelmshaven vor der Küste festgemacht werden und ankommende LNG-Tanker dort abfertigen. Das wiederverdampfte Gas wird dann aus der FSRU über eine kurze Verbindungsleitung in die Hafenanlagen gepumpt und von dort ins deutsche Gasfernleitungsnetz eingespeist. Die Errichtung aufwändiger Wiederverdampfungs-Anlagen an Land ist dadurch entbehrlich. Durch diese optimierte Planung wird die Umwelteinwirkung sowohl an Land als auch auf dem Meeresgrund minimiert und ein bei den Umweltuntersuchungen identifiziertes Biotop umgangen. (…)“

Im Jahr 2019 wurden Hinweise auf ein Unterwasserbiotop gefunden, das durch ein erstes Fachgutachten mittlerweile klassifiziert und dessen Schutzwürdigkeit festgestellt wurde (Biotoptyp „Flachwasserzone des Küstenmeeres mit artenreichen Kies-, Grobsand- und Schillgründen (KMFk)“). Laut Antwort der Landesregierung auf eine Kleine schriftliche Anfrage (Drucksache 18/6369) steht ein zweites Fachgutachten über die weiteren Schritte im Umgang mit dem Biotop aus.

¹  Vgl. PM Uniper (26. Mai 2020): https://www.uniper.energy/news/mitsui-osk-lines-und-lng-terminal-wilhelmshaven-unterzeichnen-vertrag-zum-bau-und-charter-eines-lng-terminalschiffs/ (zuletzt abgerufen am 26. Mai 2020).

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