Anfrage: Rechtsextremistischer Angriff auf das Jugendzentrum „Wohnwelt“ in Wunstorf

Das Jugendzentrum "Wohnwelt" in Wunstorf wird immer wieder Ziel von Angriffen aus dem rechtsextremen Spektrum. Am Samstag dem 19.5.2012 fand ein weiterer Angriff auf das Jugendzentrum statt. Dabei wurden laut Polizeiangaben 5 Personen verletzt, im Umkreis des Jugendzentrums wird von 10 Verletzten gesprochen, von denen 2 stationär behandelt werden mussten. Die circa 15-20 Täter, laut Polizeiinformationen zwischen 17 und 35 Jahren alt, werden der rechtsextremen Bremer Hooligan-Szene zugeordnet. Laut Augenzeugenberichten trugen die Täter T-Shirts der militanten Neonazi-Gruppe "Standarte 88", ein weiterer Täter hatte SS-Runen auf den Fingern tätowiert. Während des Gewaltakts sollen die Täter immer wieder gerufen haben: "Wer ist hier Antifa, wo ist hier Antifa?". Nachdem die Täter zum Bahnhof Wunstorf flüchteten, gelang es der Polizei gerade noch den Zug von der Abfahrt abzuhalten. Das Aufnehmen der Personalien soll sich laut Augenzeugenberichten dadurch erschwert haben, dass die Täter untereinander die Kleidung wechselten um so für Verwirrung und Verschleierung zu sorgen. Die Bundespolizei begleitete die Gruppe nun bis zu ihrem Zielort Bremen.

Gerüchte aus dem Umfeld der "Wohnwelt" besagen, dass über den gesamten Zeitraum szenekundige Polizeibeamte in Zivil unter die Hooligangruppe gemischt hätten. Sollte sich dieses Gerücht als zutreffend herausstellen, würde das bedeuten, dass der Angriff unmittelbar unter den Augen der Polizei durchgeführt wurde.

In vielen Medienberichten wurde in diesem Zusammenhang von randalierenden durchreisenden Fußballfans gesprochen. Dabei wird, nach Ansicht einiger Experten, die politische Einstellung der Täter ignoriert..

Ich frage die Landesregierung daher:

1. Welche Erkenntnis hat die Landesregierung über mögliche Verbindungen Bremer Nazi-Hooligans bzw. "Standarte 88" und rechtsextremer Gruppen in Niedersachsen?

2. Welche Erkenntnisse hat die Landesregierung über die Anwesenheit von Polizeibeamten in Zivil zum oben genannten Tatzeitpunkt?

3. Teilt die Landesregierung die Einschätzung, dass es sich bei dem beschriebenen Angriff um eine politisch motivierte rechtsextreme Tat handelte?

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