Kleine Anfrage Macht die geplante Vertiefung der Außenems die Erfolge des Masterplans Ems zunichte?

Die NWZ berichtete am 12.02.20211:
„Nach der Initiierung des ‚Masterplan Ems 2050‘ im Jahr 2015 haben die im Projekt ‚Zukunftsperspektive Tideems‘ zusammengeschlossenen Umweltverbände WWF, Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und NABU am Mittwoch gemeinsam mit politischen Vertretern und Experten eine positive Zwischenbilanz für die ersten fünf Jahre gezogen. Der Masterplan sei auf einem guten Weg, hieß es. ‚Wir haben große Schritte voran gemacht‘, betonte Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) in einem digitalen Dialoggespräch. Die Umweltverbände sagten aber auch, dass sie weitere Verbesserungen erwarten.
Maßgeblich für den Erfolg des Masterplans sei die angestrebte Tidesteuerung über das Emssperrwerk bei Gandersum (Kreis Leer), um das Schlickproblem zu lösen und die Wasserqualität der Ems so zu verbessern, dass der Fluss wieder ein dauerhafter Fischlebensraum wird, hieß es. Als Hauptgrund für die massive Verschlickung, den Sauerstoffmangel und zu hohen Salz- und Schwebstoffgehalt sehen Umweltschützer die ausgebaggerten Flussvertiefungen.
Zu den ersten Erfolgen des Masterplans Ems 2050 gehört, dass Fische inzwischen wieder die Seitengewässer der Ems erreichen, sagte die Umweltschützerin Beatrice Claus (WWF). Zudem hätten erste Tests der flexiblen Tidesteuerung am Emssperrwerk im Sommer 2020 ermutigende Ergebnisse geliefert, die gezeigt hätten, dass dadurch die Chance bestehe, die Wasserqualität in der Ems und somit den Lebensraum für Fische zu verbessern. (…)
‚Die Ems ist immer noch in einem katastrophalen ökologischen Zustand‘, sagte Umweltschützerin Claus. Sie kritisierte, dass eine Maßnahme zur Verbesserung des Sauerstoffhaushaltes bisher noch nicht mal geplant sei, ‚aber parallel dazu das Verfahren, was damit zusammenhängt, nämlich die Streichung der Auflagen für den Sauerstoff im Falle von Schiffsüberführungen, durchgeführt wurde‘. Zudem sei der Ersatzpolder (oberhalb von Papenburg) für das Tidespeicherbecken Vellage noch nicht auf den Weg gebracht worden. Die Naturschutzverbände sehen außerdem die geplante Vertiefung der Außenems kritisch.“

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