Kleine Anfrage Kurorte in Zeiten Coronas - was unternimmt die Landesregierung?

In Niedersachsen gibt es aktuell 36 staatlich anerkannte Heilbäder und Kurorte. Dazu kommen 7 Nordseebäder, 15 Luftkurorte und 54 Erholungs-/Küstenbadeorte. Diese leisten einen wertvollen Beitrag zur Wiederherstellung und Erhaltung der Gesundheit. Sie bieten neben Kur- und Rehabilitationsmaßnahmen auch weitere gesundheitsorientierte Urlaubsformen an.

Der durch das Coronavirus bedingte Lockdown im Frühjahr 2020 hat die Kurorte überdurchschnittlich getroffen. So brachen Einnahmen aus Kur- und Tourismusbeiträgen, Parkgebühren, Pachtzahlungen, Thermen, Hallen- und Freibädern, aus Veranstaltungen und Kultureinrichtungen ein oder blieben ganz aus. Hinzu kamen sinkende Einnahmen z. B. aus der Gewerbesteuer.

Allein aus Thermen und Bädern fehlten den niedersächsischen Kurorten bis Ende Mai über 5 Millionen Euro. Dazu seien im selben Zeitraum 10 Millionen Euro Gästebeitrag weggefallen. Dieser wird dazu genutzt, Kurparks, Wanderwege oder den Heilquellenausschank zu finanzieren. Nach Angaben von Dr. Norbert Hemken, Vorsitzender des Heilbäderverbands Niedersachsen, fehlen den Kommunen insgesamt mehrere Millionen Euro. Diese Einnahmeverluste können nicht nachgeholt werden und sind damit unwiederbringlich verloren.¹

Anfang Juni 2020 hatten sich die Heilbäder und Kurorte Bad Rothenfelde, Bad Essen, Bad Iburg und Laer in einem Brief an das niedersächsische Wirtschaftsministerium gewandt, die Problematik geschildert und angeboten, „in einer Task Force ein landesspezifisches Konzept zu erstellen (und sich)b als einzelner Kurort oder als Therme als Pilotregion oder als Testbetrieb zur Verfügung (zu stellen), um Hygienekonzepte zu entwickeln, zu testen und diese gegebenenfalls auch wissenschaftlich begleiten zu lassen.“

In der Antwort des Wirtschaftsministers vom 9. Juli 2020 verweist dieser auf die zu dem Zeitpunkt noch laufenden Beratungen zum zweiten Nachtragshaushalt 2020 und bedankt sich für das Angebot der Einrichtung einer Task Force.

¹ Siehe Interview mit der NWZ vom 27. Juli 2020: https://www.nwzonline.de/plus-region/interview-mit-heilbaederverbandschef-
schwere-zeiten-fuer-kurorte-in-niedersachsen_a_50,9,1238705507.html

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