Kleine Anfrage Welche Alternativen zum Krabbenpulen im Ausland bestehen in Zeiten von Corona und darüber hinaus?

Die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 ist in Niedersachen noch längst nicht auf ihrem Höhepunkt angekommen. Fast täglich vermelden neue Branchen und Betriebszweige, dass sie virusbedingt ihre Produktion herunterfahren müssen oder ihre Arbeit vorübergehend einstellen.

Seit rund einer Woche ist nun auch der Krabbenfischfang an der Nordseeküste betroffen. Mehrere Erzeugergemeinschaften haben sich entschlossen, vorerst einen Fangstopp einzulegen und keine Krabben mehr einzuholen. Grund für diese Maßnahme sind einerseits der Nachfragerückgang aufgrund geschlossener Restaurants und Gaststätten, andererseits aber auch die fehlenden Kapazitäten beim Pulen, insbesondere in Marokko. In Bezug auf die mit SARS-CoV-2 in Verbindung stehenden Engpässe heißt es vonseiten der Erzeugergemeinschaft der deutschen Krabbenfischer: „Wenn jetzt tatsächlich Marokko total wegbricht, dann brauchen sie auch nicht rausfahren. Wenn wir Pech haben, liegen wir die nächsten zwei, drei Monate.“ ( https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/oldenburg_ostfriesland/Corona-Krise-trifft-auch-Krabbenfischer,krabbenfischer398.html ).

Das Krabbenpulen in den Maghreb-Staaten oder auch Osteuropa steht seit Jahren u. a. wegen der damit verbundenen Transporte über Tausende Kilometer in der Kritik. Vor zwei Jahren kündigte Günter Klever von der Erzeugergemeinschaft Küstenfischer der Nordsee ein Pilotprojekt an, welches lokale Schälbetriebe fördern und wegen des höheren Preises z. B. Feinkostläden beliefern sollte ( https://www.n-tv.de/wirtschaft/Ostfriesland-will-wieder-selbst-Krabben-pulen-article20317438.html ).

Seit Dezember 2019 gibt es nun ein Patent für eine kontaktlose Schälung von Speisekrabben. Dabei wird mittels Ultraschall der Panzer der Krabben zertrümmert. Ein Pulen von Hand ist nicht mehr erforderlich, sodass auch ein eventueller Transport ins Ausland entfiele. Dem Vernehmen nach laufen derzeit Gespräche mit dem Technologie-Transfer-Zentrum in Bremerhaven und dem Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz über die mögliche Entwicklung eines „Funktionsmodells“ der Anlage.

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