Schadstofffunde im Wasser Grüne Abgeordnete wollen Antworten von der Landesregierung

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"Die Landesregierung scheint sich bei diesem gravierenden Problem einfach wegzuducken", sagt Meta Janssen-Kucz, grüne Landtagsabgeordnete (Leer/Borkum), zu den Pestizidfunden im Grundwasser von Weener. Janssen-Kucz und weitere grüne Abgeordente haben daher kritische Fragen an die Regierung gestellt. "Nachdem nun schon ein zweiter Brunnen vorsorglich vom Wasserversorgsverband Rheiderland aus der Förderung genommen werden musste, weil das giftige Pflanzenschutzmittel Bentazon gefunden wurde, besteht dringender Handlungsbedarf, um die Bevölkerung - nicht nur im Rheiderland - mit gesundem Trinkwasser zu versorgen."

Wie der NLWKN in einem Bericht feststellt, gehöre Bentazon zu den am häufigsten nachgewiesenen Giften bei den Grundwassermessstellen. Die Abgeordneten wollen daher von der Landesregierung wissen, welche Gesundheitsgefahren von den Pflanzenschutzmittel-Rückständen drohen und mit welchen Maßnahmen der Eintrag von diesen Schadstoffen minimiert werden kann. „Die Landesregierung muss für Aufklärung sorgen, warum die Belastung in Weener so hoch ist. Laut Herstellerangaben soll der Unkrautvernichter Bentazon abgebaut sein, bevor er ins Grundwasser gelangen kann. Das ist hier offensichtlich nicht der Fall,“ stellt der grüne Landtagsabgeordnete Christian Meyer fest. Die Landesregierung müsse nun Stellung beziehen, ob sie Änderungen bei der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln für nötig hält.

Vor dem Hintergrund, dass der Wasserversorgungsverband Rheiderland nun 2,5 Millionen Euro für einen Aktivkohle-Filter investieren muss, fragen Janssen-Kucz und ihre Kollegen und Kolleginnen, welche Kosten landesweit für zusätzliche Aufbereitungsmaßnahmen entstehen, um Pflanzenschutzmittel-Rückständen aus dem Rohwasser zu entfernen - und wer diese Kosten trägt.

Die Antworten der Landesregierung werden in rund vier Wochen erwartet. "Schon jetzt ist klar: Wir brauchen dringend eine Agrarwende, die eine umweltverträglichere Produktion von hochwertigen Lebensmitteln zum Ziel hat", betont Meta Janssen-Kucz. "Der Wasserversorgunsverband Rheiderland tut alles in seiner Macht stehende für gesundes Trinkwasser, doch wir müssen uns klarmachen, dass dies erst der Anfang ist und müssen dem Trinkwasserschutz höchste Priorität einräumen", so die Abgeordnete.

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