Stickoxid-Belastung Dicke Luft in Emden? - Messungen bringen Klarheit

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In Emden werden an stark befahrenen Straßen die Grenzwerte für Stickoxid deutlich überschritten. Das zeigt eine aktuelle Studie des Landesumweltministeriums. Im Jahresmittel liegt der Wert um 25 Prozent über den Grenzwert. Bislang gibt es in Emden jedoch keine feste Messstation, um die Luftqualität ständig zu überwachen. 

Das Ergebnis der Berechnung potenzieller Hotspots in Niedersachsen: Emden steht auf der Liste der 14 Orte mit den höchsten Belastungen durch Stickstoffdioxid (NO2). Der Grenzwert zum Schutz der menschlichen Gesundheit wird nach dieser Modellrechnung um 25 Prozent überschritten. 

Grünen-Fraktionsvorsitzender Bernd Renken: „In Emden wollen wir saubere Luft!“ Er schließt sich deshalb der Forderung des Staatlichen Gewerbeaufsichtsamtes an: „Die Erhebung realer Verkehrsdaten an den betreffenden Standorten in den Städten sollte mithin ein nächster Schritt zur Validierung der erzielten Ergebnisse zur Verkehrsbelastung und der kleinskaligen Ausbreitungsberechnung sein.“ Renken: „Dies muss kurzfristig geschehen, damit darüber entschieden werden kann, eine Messstation in dem Bereich des potenziellen Hotspots aufzustellen.“ Die Fraktion werde das Thema auch in den Rat einzubringen.

Die ostfriesische Grünen-Landtagsabgeordnete Meta Janssen-Kucz unterstützt die Emder Forderungen: „Die neue Landesregierung muss hier Klarheit schaffen. Anwohnerinnen und Anwohner haben ein Recht zu wissen, ob die Grenzwerte für eine gesunde Atemluft eingehalten werden.“ Janssen-Kucz fordert eine Ausweitung des Luft-Messnetzes des Landes Niedersachsen. Würden Grenzwerte tatsächlich überschritten, müsse ein Luftreinhalteplan aufgestellt werden.  Für den Emder Kreisverband schlägt Vorsitzender Frank Ohmer vor: „Um die Luftqualität zu verbessern, können beispielsweise der Fuß- und Radverkehr stärker gefördert oder Umweltzonen eingerichtet werden.“

Erhöhte Stickoxid-Werte verursachen Herz-Kreislauf-Erkrankungen und schädigen die Atemwege, betroffen sind insbesondere Kinder und ältere Menschen. Bislang war bekannt, dass die Stickoxid-Grenzwerte in Hannover, Osnabrück, Oldenburg, Hildesheim, Hameln, Braunschweig, Göttingen überschritten werden. Dort werden daher an besonders belasteten Verkehrsabschnitten regelmäßige Luftmessungen durchgeführt. Das Landesumweltministerium geht nun davon aus, dass Stickoxid-Hotspots auch in 43 weiteren Städten und Gemeinden in Niedersachsen zu erwarten sind. Für die Berechnung wurden Daten zum Verkehrsaufkommen, Bebauungssituation und Wetterlagen herangezogen.

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